Elmar Schübl – Vorbemerkung zur historisch-biographischen Skizze zu Leben und Werk von Thomas Ring

Der Versuch, dem Lebenswerk von Thomas Ring in einem umfassenden Sinne und dies im Rahmen einer umfangreichen Studie gerecht zu werden, ist bisher leider noch nicht unternommen worden. Bruno von Flües kurzer Beitrag – «Rede»; in: Werkstattblätter, hg. von der ThR-St, Zürich 1993/1, S. 5-11 – wäre für eine solche Unternehmung beispielhaft.
Dem Lyriker und Maler sind bereits zwei umfangreiche Schriften gewidmet worden: Volker Pirsich beschränkt sich in seinem Buch – Thomas Ring, Das dichterische und bildnerische Werk 1916-1933, Herzberg 1987, 274 S. – jedoch auf die genannten Dimensionen des Werkes während des angegebenen Zeitraums und Ingrid Skiebe thematisiert in ihrer Studie – Thomas Ring – ein Maler aus dem Umkreis des «Sturm»: Leben, stilkritische Analyse und Werkverzeichnis, Herzberg 1988, 648 S. (Als Dissertation an der Universität Bonn 1988 approbiert.) – den Maler Thomas Ring.
Rings astrologische Auffassung ist in Peter Niehenkes Studie – Kritische Astrologie. Zur erkenntnistheoretischen und empirisch-psychologischen Prüfung ihres Anspruchs, Freiburg i.Br. 1987, 260 S. (Als Dissertation an der Universität Bielefeld 1987 approbiert.) – von Bedeutung. 1988 widmete von Flüe dem astrologischen und philosophischen Werk von Ring einen Aufsatz – Das astrologische und philosophische Werk von Thomas Ring; in: Thomas Ring (1892-1983), Duisburg 1988, S. 117-122; auf Grundsätzlichstes dieser astrologischen Auffassung kommt er auch in seiner «Einführung in die astrologische Wahrnehmung» zu sprechen; vgl. dazu: Bruno von Flüe, Das ganze Gesicht meiner Jahre. Das Geburtsbild Rainer Maria Rilkes, Stuttgart 1988, S. 13-45. Zu Rings Denkansatz siehe auch: Elmar Schübl, Jean Gebser und die Frage der Astrologie. Eine philosophisch-anthropologische Studie auf der Grundlage der astrologischen Auffassung von Thomas Ring, Schaffhausen 2003, 120 S. Rings astrologische Tätigkeit im Zeitraum von 1920 bis 1945 thematisiert sein ältester Sohn; vgl. dazu: Erp Ring, Thomas Ring und die Astrologie zwischen 1920 und 1945 [= Nachwort]; in: Thomas Ring, Frühe astrologische Schriften, Zollikon 1995, S. 223-233.

Der nachfolgenden historisch-biographischen Skizze zu Leben und Werk von Thomas Ring liegt kein Quellenstudium zugrunde. — Die Ausnahme bilden jene Dokumente, die dem Verfasser in kopierter Form von Herrn Dr. Bruno von Flüe dankenswerter Weise zu Verfügung gestellt wurden und im Quellenverzeichnis ausgewiesen worden sind. Ein erster Teil des schriftlichen Nachlasses wurde Mitte der 1980er Jahre von Irmtraut Ring, Thomas Rings zweiter Frau, dem Deutschen Literaturarchiv (Marbach) übergeben. Quellen aus dem Nachlass sind von Ingrid Kussmaul aufgelistet worden; dieses Verzeichnis wurde unter dem Titel «Der literarische Nachlass von Thomas Ring im Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar» abgedruckt; vgl. dazu: Thomas Ring (1892-1983), Duisburg 1988, S. 104-107.
In recht groben Zügen wird das Leben und Werk von Ring skizziert; für diese Darstellung wurden mehrere Arbeiten berücksichtigt: die bereits angesprochenen Beiträge Bruno von Flües und Erp Rings sowie Pirsichs Studie sind in diesem Zusammenhang hervorzuheben; von Bedeutung ist auch der sehr sorgfältig erarbeitete historisch-biographische Teil der Dissertation von Ingrid Skiebe, der vornehmlich dem Künstler gewidmet ist. Eine wichtige Quelle waren hierfür sieben Gespräche, die Skiebe mit Ring im Zeitraum von März 1981 bis Oktober 1982 führte. Darüber hinaus stellte Ring ihr auch wichtige persönliche Dokumente und unveröffentlichte, teilweise autobiographische, Typoskripte zur Verfügung. Weitere relevante Quellen konnte Skiebe in diversen Archiven aufspüren und einsehen. Eine sehr stark gekürzte Fassung ihrer biographischen Arbeit wurde veröffentlicht in: Thomas Ring (1892-1983), Duisburg 1988, S. 124-137.
In der historisch-biographischen Skizze wird aus einigen Quellen zitiert bzw. darauf Bezug genommen, in diesem Zusammenhang jedoch immer diejenige Arbeit als Grundlage ausgewiesen, aus der geschöpft wurde. Hinsichtlich astrologischer Frage- und Problemstellungen sind natürlich Rings Schriften als Quellen genutzt worden, die heute zum größten Teil leider vergriffen sind.